Hochwasserrückhaltebecken Feldolling


Hochwasserrückhaltebecken Feldolling
Was uns im Moment besonders bewegt
 

  • Wieso wird mit zweierlei Maß gemessen: An der Donau wird die Wirksamkeit einiger Flutpolder grundsätzlich überprüft; hier wird die grundsätzliche Überprüfung der Wirksamkeit des Hochwasserrückhaltebeckens verweigert. Statt dessen wird eine nicht vermittelbare semantische Wortklauberei über angebliche Unterschiede zwischen Rückhaltebecken und Polder angezettelt (Zugeständnis des Regierungsvertreters im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages am 06.12.2018: "technisch dasselbe").
  • Wieso sollen die Kolbermoorer und Rosenheimer geschützt werden, aber „die Feldollinger müssen eben ihre Keller dicht machen“ (Regierungsvertreter im Umweltausschuss des Bayerischen Landtages am 06.12.2018). Das war ein Diskussionsbeitrag zur mangelnden Wirksamkeit der Drainage.
  • Die Alternativenprüfungen sind erneut und zwar angemessen und ergebnisoffen durchzuführen. Beispiel: Rückhaltealternative Wörnsmühl wurde mit 20 Mio. m3 angenommen und geprüft. Bei solchem gigantischen Volumen sind Hangrutschungen natürlich kein Wunder. Angemessen wäre stattdessen ein Volumen von vielleicht ca. 2 bis max. 4 Mio. m3. (Hangrutschungen war das Argument, mit dem eine Rückhaltebecken-Verkleinerung ermöglichende Staumaßnahme an der Leitzach verweigert wurde)
  • Das Hochwasserereignis Juni 2013 kommt den Flutungsbedingungen nahe. Deshalb erfordert die ingenieurswissenschaftliche Redlichkeit einen Abgleich des Grundwassermodells an den Daten dieses Ereignisses. Das WWA beruft sich auf das Hochwasserereignis 1899 (!) und auf harmlosere Hochwasserereignisse in den 200x-er Jahren; ein Abgleich am Ereignis Juni 2013 wäre signifikant aussagekräftiger als alle anderen, wird aber verweigert!
  • Die Erdbetonmauer des Bauabschnitts 02 (nördlicher Mangfall-Deich zwischen Straßenbrücke RO13 und Klärwerk) verschärft bereits heute die Grundwassersituation im unteren Dorfteil (Stau des Grundwasserflusses von Feldkirchen nach Feldolling, ca. 20m Gefälle). Das Zusammenspiel von Hochwasserrückhaltebecken und Feldkirchner Bach ist daher unbedingt zu analysieren und in ein gemeinsames Grundwassermodell einzuspeisen. Die Daten der Hydrogeologischen Landesaufnahme Bayern sind dabei zu berücksichtigen.
  • Die Ergebnisse der vom Landtag beauftragten Hydrogeologischen Landesaufnahme Bayern sind für die genaue Bestimmung der Einzugsgebiete von Mangfall und Leitzach heranzuziehen. Auf dieser Basis ist das tatsächlich erforderliche Rückhalte-Volumen neu zu berechnen.
  • Beim Linienausbau der Deiche zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim wurde auf den Klimazuschlag verzichtet. Das Versäumnis soll jetzt durch erhöhtes Rückhaltevolumen in Feldolling kompensiert werden. Warum sollen die Feldollinger für dieses Versäumnis mit erhöhter Gefährdung bezahlen? Entweder werden die Deiche um den Klimazuschlag aufgerüstet oder es gibt eben keinen Klimazuschlag!
  • Die Gesamtforderung ist: Wir wollen modernen Hochwasserschutz, d.h. dezentrale, verteilte Maßnahmen. Für Feldolling heißt das die Rückführung des Rückhaltevolumens auf das im Raumordnungsverfahren angegebene Ausmaß und gleichzeitig eine wirksame Vorabsenkung des Tegensees und wirksame Maßnahmen an der Leitzach.
  • Etliche Ersatzhabitate wurden im Flutungsgebiet des Rückhaltebeckens angelegt. Vernichtung im Flutungsfall ist gesichert. Was soll das? Aktionismus und Alibi-Maßnahmen?

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Petition an den Bayerischen Landtag zum Hochwasserrückhaltebecken Feldolling - 04.07.2018
Petition des Ortsrates an den Bayerischen Landtag zur Aussetzung der sofortigen Vollziehbarkeit des Planfeststellungsbeschlusses.
Petition_HRB 04.07.2018.pdf
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Schreiben des Ortsrats Feldolling an Herrn Dr. Söder - 07.04.2018
In diesem Schreiben an Ministerpräsident Herrn Dr. Söder greift der Ortsrat Argumente zur Neubewertung der Hochwasserschutzvorhaben in Bayern auf, die von Herrn Dr. Söder auf einer Veranstaltung in Barbing am 01.03.2018 getätigt wurden. Der Ortsrat äußert die Bitte, die "Sofortige Vollziehbarkeit" der Maßnahme zurückzunehmen.
Ortsrat_Feldolling_Anschreiben_Staatskan
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